Volker hatte ggeschrieben über das „bei sich bleiben“.

Die Idee ist gut, und was steckt dahinter? Aus männlicher Sicht?
„Bei sich bleiben“ -das setzt voraus, dass man weiß, wo, was dieses „bei sich“ ist.
Aus männlicher Sicht verstehe ich darunter nichts als eine „stille Aufmerksamkeit“, das teilnahmslose Betrachten wie in Theo Fischers „wu wei – Einführung in die Lebenskunst des Tao“. beschrieben. Die Frage ist: „was passiert hier eigentlich?“

Alles geschieht, und ich bin damit einverstanden, die Dinge sind, wie sie sind, ich urteile nicht, ich lebe, auch meine Gefühle.
Als Mann erarbeite ich mir die tiefe Gelassenheit, indem ich mich darin übe, das Leben wie eine Katze zu betrachten und zu praktizieren: Wenn ich Hunger habe esse ich, wenn ich müde bin schlafe ich. Wenn ich jage, bin ich 120% Aufmerksamkeit, wenn ich liebe, liebe ich leidenschaftlich.
(Ist Ihnen schon mal aufgefallen, mit welcher Faszination Frauen die beinahe rücksichtslose Autonomie ihrer Katzen beschreiben?) Bei sich bleiben heißt, UNabhängig von den Gefühlen anderer zu sein, sich nicht bestechen zu lassen von Ablehnung oder Zuneigung (wie eben eine Katze auch!)
Wie entsteht diese Gelassenheit?
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Männerschmie.de ist die aktive Auseinandersetzung mit dem Tod. Sterben muss ich mit Sicherheit, es nutzt nichts, das weiter zu tabuisieren, im Gegenteil. Daher lebe ich jeden Moment „an der Kante“ – verantwortungsbewusst, aber angstfrei. Denn alles ist erledigt, ich kann jederzeit gehen – nichts bleibt ungetan zurück. Daher bin ich auch nicht erpress- oder manipulierbar mit der Aussicht auf irgendwelche schöneren Zukunftsoptionen. Ich bin frei, und JETZT ist der Moment, auf den es ankommt. Und so – bin ich ganz bei mir…

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