Heirate oder lass es bleiben- du wirst beides hassen“ (sinngemäß Sokrates) Er mußte es wissen- seine Frau war die Mutter aller Zicken: Xanthippe.
Sie nerven. Laufend, immer, lebenslang, versuchen sie an uns herum zu erziehen.
Ich denke eine Haltung gefunden zu haben, damit umzugehen:
Um sie zu verdeutlichen, nutze ich die Übertreibung. Stellen wir uns eine wilde Männerrunde, GANZ OHNE Frauen vor, Barbaren oder ein Fußball- Saufgelage, ein Eishockey- oder Rugby- Team nach dem Spiel. Wir lieben es, unter uns zu sein, exzessiv, haltlos, wild: da wird geflucht, gepöbelt, gegröhlt, beleidigt, gerülpst, gesoffen und gefurzt, daß „die Schwarte kracht“, herrlich.
Aber auch unkultiviert. Käme jetzt eine Frau in den Raum- sie würde stören und wäre entsetzt. So will und wird kein Mann sich seiner Liebsten gegenüber benehmen. Warum auch?!


DAS WEIBLICHE IN UNS KULTIVIEREN

Was will die Frau? Den besseren Mann, oder, wie Bernhard Ludwig feststellte: „Die Frauen wollen uns ändern, und wir bleiben, wie wir sind. Und wir Männer wollen, dass die Frauen bleiben wie sie sind und ,…“ (Sexualkabarett: Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit)

Und das hat sein GUTES! Nämlich die Chance, das Beste aus uns zu machen.
Natürlich war es das, was auch unsere Eltern wollten, und es hat uns genau so genervt. Denn diese hatten oft ein Ideal, das mit unseren Talenten, Veranlagungen und Chancen wenig zu tun hatte. Und die Pubertät diente dazu, uns von diesen Ansprüchen und Fremdsteuerung zu lösen, unseren EIGENEN Weg zu finden. Und das haben wir getan- und der soll jetzt wieder „falsch“ sein? NO WAY, könnte Mann sagen.
Das pubertäre „ich will so bleiben, wie ich bin“ und „Ich lasse mich nicht verbiegen“ ist ein kleiner Tod: Die Chance des Mannes, etwas, nämlich MEHR aus sich zu machen, das beste in ihm zu entwickeln, das in ihm schlummert, für sich selbst, und wenn er denn will: für die Gesellschaft, um – was zu tun …?


Tatsächlich sehe ich nach der Pubertät und der Lösung vom Elternhaus die Beziehung MIT der Frau als Chance zu weiteren Häutungen. So wie die Schlange im Lauf Ihres Lebens wächst und dazu ihre zu klein gewordene Haut immer wieder abstreift, so können wir auch in diesem Wachstum „alte Haut“ abstreifen. Das können zum einen Verhaltensmuster sein, die destruktiv, aus der (pubertären) Ablehnung, zB gesellschaftlicher Konventionen oder auch unsere eigenen Muster: Faulheit, Launenhaftigkeit, etc sein.

Konkret: unser ungeklärtes Verhältnis zu intensiven Gefühlen, besonders den sog. „schlechten Gefühlen“, wie Wut, Aggression, Traurigkeit, Angst sind Ansätze, die es zu bearbeiten gilt. Denn das sind, – Überraschung! – spezifisch weibliche ANTeile unserer Persönlichkeit. Solange diese Gefühle uns unbekannt sind, haben wir sie nicht nur nicht „im Griff“, sondern überfallen sie uns, ohne dass wir wissen, wie wir Männer damit umgehen können. Denn die üblichen Methoden, wie Unterdrückung, Rationalisierung, Verdrängung, machen alles nur noch schlimmer, sie wenden sich als Krankheiten gegen uns, das nennt man dann Psychosomatik.
C.G. Jung schrieb über das Weibliche in uns Männern: „Kein Mann nämlich so so ganz NUR männlich, daß er nichts Weibliches in sich besäße. Tatsache ist vielmehr, daß sehr männliche Männer ein sehr weibliches Gemütsleben besitzen. Es gilt [GALT!] dem Mann als Tugend, weibliche Gemütszüge möglichst zu verdrängen, wie es der Frau für unbekömmlich gilt [GALT!], ein Mannweib zu sein. Diese Verdrängung weiblicher Züge und Neigungen führt natürlich zu deren Anhäufung im Unbewussten.
Schlimmer noch: wir wissen nicht, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen können, wenn Frauen uns damit konfrontieren und nerven!
Wenn Frauen uns also kritisieren, tun sie das, weil sie unzufrieden sind mit uns. Und, jetzt wird es spannend – vielleicht haben sie sogar recht mit ihrer Kritik?! Warum ist es denn genau DIESE Frau, die uns mal geliebt hat, die uns mal ganz großartig fand, die jetzt mit genau DIESEN Punkten an uns nervt- sich und uns? Das Genörgel passiert in UNSEREM Leben, kommt von einem der wichtigsten Menschen- und es soll nichts mit uns zu tun haben?! Die Erklärung liefert wieder C.G. Jung: „…weshalb der Mann in seiner Liebeswahl öfters der Versuchung unterliegt, die seiner eigenen ihm unbewußten Besonderheit seiner Weiblichkeit am besten entspricht, welche die Projektion seiner Seele möglichst anstandslos aufnehmen kann.“ [!] Wenn es also „knallt, passt es“, nur eben auf der unbewußten Ebene.

Lösung
Mein TIPP: hinschauen.
The first revolution is when you change your mind.” Gil Scott-Heron.

Es sind ja nicht nur Äußerlichkeiten. Es geht um Kultiviertheit, im Geist, unserer Gedanken. Und im Herzen, das kennen lernen und Kultivieren der Gefühle: die Chinesen nannten es: den Drachen reiten und sie meinten damit, sich nicht vor den (eigenen und fremden, dunklen) Gefühlen zu fürchten, sondern sie zu beHERRschen, sie aktiv zu benutzen, damit zu „arbeiten“. Papst Gregor beschrieb es so: „Der Geist kann sich mit größerer Macht dem Bösen entgegenstellen, wenn ihm der Zorn dienstbar zur Hand geht.
Wir brauchen also auch auf nichts besonders Männliches zu verzichten. Nicht, NIE auf Fußball, nicht auf Freunde, nicht das Gebrüll, nicht auf das, was unsere Männlichkeit, auch als „Schatten“ ausmacht, auf nichts.
Aber nach dem Spiel, dem Besäufnis waschen, duschen, weißes Hemd statt Logo- Hoody. Immer ein bißchen besser werden. Gentleman- Style. Das baut Selbstwert auf und bringt Respekt und Achtung- nicht nur von Frauen. Kein Narzissmus, wir sind nicht Francis Ford Coppola: “Work on nothing less than epic scale.#francis ford coppola#impossible cool
Aber finde, schaffe und verfeinere Dein eigenes Gentleman- Universe!

Und Kultur, gemeinsam- wie immer diese GEMEINSAME Kultiviertheit aussieht: DAs bringt SIE dazu, um Dich herum zu tanzen.
Das auszuleben, das macht die Beziehung zu etwas besonderem, zu etwas Einzigartigem.
Dann ist LIEBE sogar etwas buchstäblich etwas Heiliges.

Quelle: C.G. Jung: „Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten“ Kap. 6 Anima und Animus.