Kintsugi ist ein japanisches Handwerk, die Kunst, zerbrochenes Porzellan zu reparieren, in dem die Bruchstellen mit flüssigem Lack oder mit Gold bestrichen und damit die Teile neu zusammengefügt werden. Die poröse Oberfläche von Porzellan an den Bruchkanten führt dazu, dass genau diese Bruchtellen den Lack oder das Gold besonders gut aufnehmen und die Gefäße an diesen Stellen besonders haltbar, durch das „weichere“ Gold sogar flexibel und belastbarer sind.

Wie komme ich darauf?

Als Kind seiner Zeit, mein Vater war Jahrgang 30, erlitt er die Scheidung seiner Eltern 1947 als gesellschaftlich stigmatisierend und den Rosenkrieg traumatisierend. Seitdem tat er folglich in seiner Ehe alles, um die von ihm erlittene Beschämung uns, sich und seinen Kindern zu ersparen und seine Ehe zu erhalten.

In meinem Einsatz bei Agens eV, mit den Videos rund um den Trennungscoach (RTL II) und mit diesem Blogbeitrag setze ich also die Impulse meines Vaters fort.

Seit knapp 30 Jahren interessiere ich mich dafür, was es braucht, um Liebe und Beziehung zu erhalten.

Mehr noch als der soziale Makel, der eine Scheidung in früherer Zeit für Eltern und Kinder war, betrifft die Kinder eine Scheidung an ihrer Wurzel, buchstäblich: Kinder sind, die Wurzeln ihrer Existenz ist die Liebe ihrer Eltern. Trennen sich die Eltern, werden die Kinder an ihrer Wurzel buchstäblich zerrissen. Manche Kinder sehen das im Moment der Scheidung tatsächlich genau so!

Auch wissenschaftlich gesehen werden die Langzeit- Folgen einer Scheidung für Kinder viel zu gründlich verdrängt. Drei seltene Ausnahmen dieser gesellschaftlichen Verdrängung:

  1. aktuell der Film „Weil du mir gehörst“ über den Sorgerechtsmissbrauch, mehrheitlich durch Mütter
  2. Die KiMiss Studie der Uni Freiburg
  3. Der Vortrag von Dr. Matthias Franz, Uni Düsseldorf, beim Männerkongress 2014. Hier das dramatische Ergebnis:
Die Karriere – Chancen von Scheidungskindern

Auch ohne dass Kinder vorhanden sind, sind Trennungen mindestens für einen Partner oft sehr schmerzhaft.

Und wenn es für beide Partner schmerzhaft ist, lohnt sich der Blick in den Spiegel: was haben wir beide zur Trennung beigetragen? Wo habe ich den Partner verletzt? – Und woher rührt meine Verletzlichkeit?

Zwei Paare, (Eva- Maria Zurhorst und ihr Mann Wolfram sowie Veit Lindau und seine Frau Andrea) und eine Autorin (Stefani Stahl) machen sich zur Zeit im Netz stark für den Erhalt der Beziehungen. Warum?

Wer nicht verstanden hat und nicht lernen kann und will, was der eigene Beitrag zum Scheitern war, wer aus der Vergangenheit nicht lernen will, der ist gezwungen die Fehler zu wiederholen.

Leider braucht es das Paar, um die Beziehung aufzubauen, aber ein einzelner reicht, um sie zu zerstören.

Somit bleibt die Bearbeitung der Trennung den Paaren meist verwehrt – jeder einzelne leckt seine Wunden und versucht sie zu heilen. Wenn er sie denn spürt. Viel schöner ist das Bild von Kintsugi: die zerprungene Schale: repariert und dabei auf das schönste veredelt – mit Gold!

SO heilt man das „Beziehungs- Gefäß“!

Kintsugi ist ein japanisches Handwerk, die Kunst, zerbrochenes Porzellan zu reparieren, in dem die Bruchstellen mit flüssigem Lack oder mit Gold bestrichen und damit die Teile neu zusammengefügt werden. Die poröse Oberfläche von Porzellan an den Bruchkanten führt dazu, dass genau diese Bruchtellen den Lack oder das Gold besonders gut aufnehmen und die Gefäße an diesen Stellen besonders haltbar, durch das „weichere“ Gold sogar flexibel und belastbarer sind- wie die Narben auf der Haut.

Das eigentlich schöne daran ist die Metaphorik für die Beziehung, denn das Ergebnis ist auf zweierlei Weise faszinierend: zum einen ist es aus dieser Sicht nicht nur eine Reparatur, mit den negativen Assoziationen, „es wird nie wieder so sein, wie es war!“

Vielmehr ist diese Kunst der Heilung eine echte Veredelung und Wertsteigerung des Gefäßes, zum zweiten erfährt das Gefäß erst durch den Bruch und die entstandene Zerstörung und die ganz individuelle Reparatur seine schicksalhafte Einzigartigkeit.

Diese Einzigartigkeit macht das Gefäß – und wenn sie die Idee übertragen, auch ihre Beziehung – zu etwas Heiligem.

Lassen Sie den Gedanken in sich wirken…