Eigentlich war es der Grabstein des Helden, ein Epitaph, was Michael Klonowski veröffentlichte: „Der Held. Ein Nachruf“ (Amazon)

Bestechend schon das Intro: „Was wäre mit dem „S-Bahn-Helden“ Dominik Brunner passiert, wenn er den Kampf gegen die beiden „Problemjugendlichen“ gewonnen hätte? Er wäre wohl im Gefängnis gelandet. „

Das deckt sich 1:1 mit den realen und Medienerfahrungen rund um die „postheroischen Männer von Köln„.

Weiter Klonowsky: „Wir leben nämlich in einem rigide heldenfeindlichen Milieu: polizeilich, juristisch, zeitgeistig. Eine überalterte, feminisierte, wehleidige, von historischen Schuldgefühlen gesteuerte Gesellschaft bekämpft robuste Männlichkeit mit halb priesterlichem, halb irrenärztlichem Gestus. …

An die Stelle des heroischen Mannes ist ein chronisch verunsicherter Befindlichkeitskrüppel getreten, der Männlichkeit für asozial und Courage für Intelligenzmangel hält. So schließt den dieser Nachruf auf Achilleus, Kolumbus, Stauffenberg & Co die Frage ein, welche Zukunft einer von Schrumpfmännern geprägten Gesellschaft blüht.

Ein weiterer „Schrumpfmann“, der diese Schrumpfung hochstilisiert: Ulrich Böckling. Hier kristallisiert sich die ganze Verachtung für Männlichkeit, dem Streben nach Idealen und Individualismus.

Jetzt hat eine Frau, Monika Maron, einen „Heldenroman“ geschrieben: „Artur Lanz“ (Amazon -> Kundenrezensionen!) Artur heißt so, weil sine Mutter ein Faible für Artur´s (Helden-)Tafelrunde hatte, und Artur Lanz wird Held wider Willen.

Meine Geschichte- nur ohne Heldentat und -tod. Fehlt mir ersteres noch?

Was mich tatsächlich zum Kauf bewegt hat, ist die bewegende Meta- Rezension von Matthias Matussek: „Kritiker verheddern sich in den eigenen Meinungskorridoren“

Hier wird ganz konkret gezeigt, warum ich diesen Mainstream so verachte: „Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist.“ (wieder M. Klonowsky)

M. Matussek darf man getrost einen Helden des Journalismus nennen, denn wie M. Houllebeq, M. Maron legt er den Finger, jeden Finger in die offenen Wunden dieser Gesellschaft.

Und die sitzt vor Netflix und nimmt kollektiv übel.

Und wie macht sie das? Mittels der Schweigespirale. Resonanzräume, Echo- Kammern werden abgedichtet. So stirbt erst die Diskussion, der Missliebige, dann die Kultur, damit die Freiheit.

Ich verzweifle.