… oder eher: sich erarbeiten?

„SIE kennen das Wort Würde doch nur aus dem Satz ‚für Geld würde ich alles tun!'“ …?
Es findet in den Medien eine „Al- Bundy-sierung“ des Männerbildes statt, den Mann zunehmend als debilen Trottel darzustellen.
Wenn das das Ergebnis von Gender sein soll, stelle ich eher eine De-Konstruktion von Männern und Männlichkeit fest- ganz im Sinne Foucaults! Kein Grund zum Feiern, im Gegenteil.
Ich stehe eben für das Gegenteil:
1.) die Einordnung aller Männer in irgendwelche Kathegorien ist ein Affront sondergleichen. Denn ein Grund neben vielen anderen, warum es keine auch nur ansatzweise homogene „Männerbewegung“ gibt, liegt eben darin, dass Männer sich noch viel weniger in eine Rolle einordnen lassen wollen. Allein der Ursprung des Wortes im Theater: fremde Texte aufsagen, nach der Regie eines weiteren Fremden! Absurde Vorstellung für die Beschreibung von diesem fragilen ICH, das der Mann in sich spürt. Soziologisch ist dieser Begriff ein Verrat am Individuum, das spürt jeder Mann, der sich dem konfrontiert sieht: der dahinter liegende Versuch, ihn zur Aufgabe seiner immer im Wachsen begriffenen, daher notwendig nur unvollständigen ja beinahe mangelhaften Identität zu zwingen.
Dagegen: Der SELBST- beWusste Mann macht da nicht mit: „Ich möchte keinem Club angehören, der sowas wie mich als Mitglied aufnimmt!“ (G. Marx) oder, in der spirituellen Variante, stundenlanges,,schweigendes Sitzen in der Stille, im Zen.
Soziologie ist was für Frauen, Menschen die in „Banden“ denken.
2.) „Wer KEIN Leben hat, hält sich an seine Rechte. Wer das Leben hat, hält sich an seine Pflichten!“ (Lao- Tse)
Passend zur Unterscheidung der alten Griechen in die Haltung zum Leben als „erotisch“ d.h. kindlich, bedürftig, fordernd einerseits und „thymotisch“, d.h. erwachsen, stolz, gebend (!) andererseits, kommt der erwachsene Mann gar nicht auf die Idee, vom anderen etwas zu fordern, was er selbst nicht zu geben in der Lage wäre. Zum Beispiel: Respekt vor der Anders- und Eigenartigkeit des (eigenen) Geschlechtes.
Die Verzerrung der Geschlechterrollen, oder meinetwegen die Auflösung in Mischformen, entbinden diese eben nicht von der Frage der Ethik: was macht mich als „Guten Mann“, oder „gute Frau“ aus, das meine Beziehungsfähigkeit, meine Liebe, das „Wir!“ stärkt?
Wenn ich die Geschlechter in Mischformen auflöse, entsteht eben dadurch ausdrücklich NICHT der bessere Mensch, sondern der verunsicherte, der schwächere und dadurch manipulierbarere, Mensch. Mit Stolz auf seine ganz individuell erarbeiteten Werte und der damit verbundenen Würde kann der gar nichts mehr anfangen.
Diese gewollte Desorientierung ist das, was den Widerstand gegen Gender, ob in Baden Württemberg oder in Norwegen zu Recht begründet.
Schluss damit!

One thought on “Männern Würde zurückgeben

  • 19. Januar 2015 at 20:55
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    hey thomas,

    ein schöner artikel. 1) weil er endlich mal nicht overstyled ist sondern einfach simpel runtergeschrieben ist ohne viel layout-schnickschnack. das mag ich.
    2) ein interessanter twist drin. am anfang dachte ich, oh – hier scheint noch eine wunde offen zu sein, einfach so das gefühl beim lesen. und dann doch schön die kurve zur heilung gemacht.

    ich hab übrigens auch bei der blogparade mitgemacht und über das thema emotionale verantwortung geschrieben. ich denke allerdings, dass das nicht nur für männer ein thema ist, sondern auch für frauen ,-)

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