{"id":426,"date":"2013-05-30T14:21:44","date_gmt":"2013-05-30T12:21:44","guid":{"rendered":"https:\/\/iuaviabelfjea.byteway.dev\/?p=426"},"modified":"2013-05-30T14:21:44","modified_gmt":"2013-05-30T12:21:44","slug":"mut-zur-zerstorung-1-teil-the-power-of-no","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/2013\/05\/30\/mut-zur-zerstorung-1-teil-the-power-of-no\/","title":{"rendered":"Mut zur Zerst\u00f6rung: \u201eThe Power of No!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Unkraut j\u00e4ten, faule \u00c4ste abs\u00e4gen, Geschw\u00fcre herausschneiden, Bilder der Ex- Geliebten einfach in die Tonne werfen, ein altes, ehemals hei\u00df geliebtes Hemd entsorgen, einfach weil es &#8220;durch&#8221; ist, alten Lack abschleifen, M\u00fcll runter tragen (bevor er \u00fcberquillt!), \u00fcberhaupt, wegwerfen, was man ein Jahr lang nicht mehr angefasst hat, dem alten, kranken Hund die Gnadenspritze setzen lassen um ihm nicht aus eigener Feigheit vor dem Tod die Qual zuzumuten, das sanfte, aber entschieden und kraftvolle: \u201eNein\u201c zu dem, was im Leben eines integren Mannes nichts (mehr) zu suchen hat: &#8220;Die F\u00e4higkeit, Nein zu sagen, ist die Geburt der Individualit\u00e4t.&#8221; (Rene Arpad Spitz)<br \/>\nWichtig ist, hierbei zu unterscheiden zwischen dosierter Abgrenzung, angemessener Ablehnung und Verachtung. Was nicht zu mir passt, weil ich \u201eandere Vorstellungen\u201c von meinem Leben habe, kann ich freiweg ablehnen, ohne mir Verachtung vorwerfen lassen zu m\u00fcssen. Man kann Abgrenzung dosieren, je nachdem, wie aggressiv das andere mir gegen\u00fcber auftritt. Das bin ich \u2013 jenes bin ich nicht, das m\u00f6chte ich bitte nicht, jedenfalls nicht, so lange ich hier bin, oder \u201ees tut mir leid, das kann ich nicht akzeptieren, nein \u2013 da ist die T\u00fcr &#8230; \u201c<br \/>\nSich dem Leben, dem Weiblichen, der eigenen Nachl\u00e4ssigkeit oder Gleichg\u00fcltigkeit, entziehen durch ein \u201eNein.\u201c Sich abzugrenzen, ist das diametrale Gegenteil zum allseits propagierten \u201eAlles kann, nix muss!\u201c, zur Beliebigkeit dessen, der aus Angst vor Ablehnung diese nicht zu zeigen vermag. Das Weichei verbiegt sich aus mangelndem Selbstwert, denn wenn seine Ablehnung wiederum zu Ablehnung des Gegen\u00fcbers f\u00fchren w\u00fcrde, w\u00fcrde er ja nicht mehr geliebt! \u201eDer homo clausus nimmt die Welt nicht mehr unmittelbar wahr, sondern f\u00fchlt sich von ihr wie durch eine \u2019unsichtbare Mauer\u2019 getrennt. Er l\u00f6st seine Bindung an die Welt, um keine Trennungsangst zu erleben.\u201c1 Es ist ein Paradoxon: Zwar ist er nicht f\u00e4hig, seine Gef\u00fchle zu zeigen, um nicht abgelehnt zu werden, schafft es gerade aber deswegen nicht, Bindungen aufzubauen.<br \/>\nDieses \u201eNein!\u201c ist aber in seiner unterscheidenden, abgrenzenden und trennenden Absicht gerade das Symbol der Autonomie und damit der St\u00e4rke, die eine emotional schw\u00e4chere Person braucht, um sich sicherer zu f\u00fchlen. Die F\u00e4higkeit und der Wille, um seiner selbst willen, (f\u00fcr die eigenen Werte, Ziele, Pers\u00f6nlichkeit, notfalls allein, aber eben) zu sich selbst, m\u00f6glicherweise gegen andere zu stehen, das ist Ausdruck der St\u00e4rke: \u201eDAS bin ich, das will ich, und jenes \u2013 bitte nicht, nein, nicht hier!\u201c<br \/>\nIch habe die Freiheit, dies zu tun, wann immer ich will. Ein Kind zeigt uns mit seinem entschiedenen \u201eNein \u2013 ich putze mir nicht die Z\u00e4hne!\u201c, dass es in diesem NEIN! die Macht hat.<br \/>\nDas betrifft auch den Umgang mit der weiblichen F\u00fclle, der Vielfalt, dem Chaos, mit dem \u201edas Weibliche\u201c (die Natur, die Kultur, die Wirtschaft, die Umst\u00e4nde des Lebens, die Kinder, &#8230;) uns begegnet. \u201eWer nach allen Seiten hin offen ist, der kann nicht ganz dicht sein!\u201c (Kurt Tucholsky) Dem beliebigen, allgegenw\u00e4rtigen \u201ealles kann, nichts muss\u201c stellt der Mann sein \u201eSehr sch\u00f6n. DAS darf rein, jenes bleibt bitte drau\u00dfen\u201c entgegen. Die F\u00e4higkeit zur Abgrenzung ist also spezifisch m\u00e4nnlich. Sie ist das M\u00e4nnliche konstituierend dergestalt, dass in der Abgrenzung vom \u201eAnderen\u201c das ICH erst entstehen kann. Hier wirkt das Nein, die Ablehnung identit\u00e4ts- stiftend, mit Lao-Tse gesprochen:<br \/>\n&#8220;Die f\u00fcnferlei Farben machen der Menschen Augen blind.<br \/>\nDie f\u00fcnferlei T\u00f6ne machen der Menschen Ohren taub.<br \/>\nDie f\u00fcnferlei W\u00fcrzen machen der Menschen Gaumen schal.<br \/>\nRennen und jagen machen der Menschen Herzen toll.<br \/>\nSeltene G\u00fcter machen der Menschen Wandel wirr.<br \/>\nDarum wirkt der Berufene f\u00fcr den Leib und nicht f\u00fcrs Auge.<br \/>\nEr entfernt das andere und nimmt dieses.&#8221;<br \/>\n(Tao te King: Vers 12)<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne dabei: Mit wachsender Autonomie brauche ich das \u201eNein\u201c auch nicht mehr zu begr\u00fcnden. Ein \u201eIch will das nicht\u201c ist auch grundlos \u2013 wahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unkraut j\u00e4ten, faule \u00c4ste abs\u00e4gen, Geschw\u00fcre herausschneiden, Bilder der Ex- Geliebten einfach in die Tonne werfen, ein altes, ehemals hei\u00df geliebtes Hemd entsorgen, einfach weil es &#8220;durch&#8221; ist, alten Lack abschleifen, M\u00fcll runter tragen (bevor er \u00fcberquillt!), \u00fcberhaupt, wegwerfen, was man ein Jahr lang nicht mehr angefasst hat, dem alten, kranken Hund die Gnadenspritze setzen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-426","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=426"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/426\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}