{"id":419,"date":"2013-05-15T15:27:12","date_gmt":"2013-05-15T13:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/iuaviabelfjea.byteway.dev\/?p=419"},"modified":"2013-05-15T15:27:12","modified_gmt":"2013-05-15T13:27:12","slug":"freiheit-selbst-oder-fremdbestimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maennerschmie.de\/index.php\/2013\/05\/15\/freiheit-selbst-oder-fremdbestimmt\/","title":{"rendered":"Freiheit: Selbst- oder fremdbestimmt?"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Freiheit und Verantwortung.<br \/>\nIm Netz gibt es diese sch\u00f6ne, weil knappe aber essentielle Zusammenfassung zum Religionsvergleich, die ich hier nur ausschnittsweise zitiere:<br \/>\n&#8220;Shit happens.&#8221; &#8211; Taoism<br \/>\n&#8220;Can you hear the sound of shit happening?&#8221; &#8211; Zen<br \/>\n&#8220;Why does shit always happen to me?&#8221; &#8211; Judaism<br \/>\n&#8220;If I work harder, shit won\u00b4t happen to me!&#8221; Protestantism<br \/>\n&#8220;If shit happens, I deserve it&#8221; Catholozism<br \/>\n&#8230;<br \/>\n<strong>Achtung- ich mache hier ein SEHR dickes Fass auf &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Das Sein bestimmt das Bewusstsein!&#8221; sagte Karl Marx. Ist ja wohl so.<br \/>\nOder ist es umgekehrt, wie viele Erfolgsgurus sagen, die uns weismachen wollen: &#8220;Das Bewusstsein bestimmt das sein!&#8221;? Ich muss doch nur mein Bewusstsein \u00e4ndern, dann &#8230;<br \/>\nDie Netzgemeinde steht eindeutig auf der Seite von <strong>Karl Marx, <a href=\"http:\/\/googlefight.com\/index.php?lang=en_GB&#038;word1=%22Das+Sein+bestimmt+das+Bewusstsein!%22&#038;word2=%22Das+Bewusstsein+bestimmt+das+Sein!%22\">wie man HIER sieht<\/a><\/strong>.<br \/>\nF\u00fcr einen gro\u00dfen Theoretiker, wie Karl Marx es war, kann dasselbe gelten: Sein Sein hat sicher auch SEIN Bewusstsein gepr\u00e4gt. Somit d\u00fcrften er und sein Theoriegeb\u00e4ude auch &#8220;Kind seiner Zeit&#8221; gewesen sein.<br \/>\nVom &#8220;gepr\u00e4gten Sein&#8221; zum &#8220;Opfer seiner Umst\u00e4nde&#8221;, von dort zum &#8220;Opfer- Abo&#8221; ist es nur ein kurzer Weg.<br \/>\nUm so l\u00e4nger ist eben auch: Der Weg von dort zu einem freien, selbstbestimmten Leben!<\/p>\n<p>Neben Karl Marx war Sigmund Freud sicher einer der pr\u00e4gendsten Theoretiker des 20 Jahrhunderts. Besonders pr\u00e4gend f\u00fcr mich war sein Satz:<br \/>\n&#8220;Dass der Mensch gl\u00fccklich sei, ist im Plan der Sch\u00f6pfung nicht vorgesehen.&#8221; Die Vorverurteilung seiner Patienten, wie der Menschheit insgesamt (!) zu einem elendigen Opfer- Dasein ist in diesem Wort mit H\u00e4nden zu greifen. (Nur gut, dass wir heute so viele Psychoanalytiker haben,..!)<br \/>\nDie steile These: kann es sein, dass Freud und Marx als wichtigste Vor- Denker des 20. Jahrhunderts die <strong>Eigenverantwortung f\u00fcr das eigene Leben unterminiert haben?<\/strong> Dass sie darin &#8220;Kinder ihrer Zeit&#8221;, ihrer Umgebung UND, doppelt steile These: Ihrer Religion waren?<br \/>\nEine freudianisch- links gepr\u00e4gte Gesellschaft w\u00fcrde daher (unbewusst und unwissend, sicher!) der fr\u00fch- religi\u00f6sen, auch Heideggers  &#8220;Geworfenheit des Seins&#8221; zustimmen und sie perpetuieren. Die Menschen, wie schon in fr\u00fch- religi\u00f6sen Zeiten, vor Kant also) Opfer des Schicksals, der G\u00f6tter, die jetzt &#8220;die Gesellschaft&#8221; genannt werden.<br \/>\nUnd damit beraubt sie sich, quasi- religi\u00f6s, jeder einelne, der dem zustimmt, seiner Freiheit des Handelns als Unm\u00fcndiger und Unf\u00e4higer selbst. Das geschieht ganz genau so, wie sie als Atheisten (&#8220;Religion ist Opium f\u00fcrs Volk!&#8221; &#8211; Mao) eben diese geistige Unfreiheit verurteilen.<br \/>\nDenn da ist sie wieder: &#8220;Die Angst vor der Freiheit.&#8221;<br \/>\nAlso- wie denn nun- sind wir etwa NICHT geboren in eine Familie, sozio- kulturelle Struktur, die uns.. oder haben wir NICHT die Wahl, aufzusteigen, vom Tellerw\u00e4scher zum Million\u00e4r, zu lieben oder eben zu verlassen,.. sind wir Hammer oder Nagel- oder Amboss..<br \/>\nWer von zwei Alternativen nur eine w\u00e4hlen kann ist ein Idiot. Zum Beispiel:<br \/>\nLeben wir um zu arbeiten &#8211;<br \/>\noder arbeiten wir um zu Leben?<br \/>\nWer hier nur zwei M\u00f6glichkeiten sieht, muss weiter lernen.<br \/>\nEs ist nicht nur das eine oder das andere,<br \/>\nnicht nur beides oder keines von beiden<br \/>\nes kann auch ein ganz anderes sein:<br \/>\nWir leben, um zu lieben.<br \/>\nWo wir nicht lieben k\u00f6nnen, da leben wir, um das zu lernen.<br \/>\nUns selbst, unseren n\u00e4chsten, dann lieben wir auch unsere Arbeit,<br \/>\ndann stimmen alle Alternativen.<br \/>\nAlle f\u00fcnf.<br \/>\nWenn also die Frage im Raum steht- bin ich Gestalter meines Schicksals- oder dessen Opfer?- dann bieten sich ja mindestens 4 M\u00f6glichkeiten an: Das Eine, das Andere, keines von beiden- oder: Beides.<br \/>\nDas als Kind &#8220;in die elterlichen Verh\u00e4ltnisse&#8221; geworfene Kleinkind hat kaum Gestaltungsm\u00f6glichkeiten- aber wie sieht es mit mir als Erwachsenem aus? Sicher schlagen die in der Kindheit gelernten Verhaltensmuster immer wieder massiv in Berufs- und Eheleben auf meinen &#8220;Erfolg&#8221; und meine F\u00e4higkeit zum Gl\u00fccklichsein durch- aber bin ich denn so unfrei, in dieser Opfersituation bleiben zu m\u00fcssen? WILL ich das?<\/p>\n<p>Wof\u00fcr ich mit diesem Artikel pl\u00e4diere, ist eben die Freiheit, gepaart mit der Verantwortung, das unbewusst \u00fcbernommene Dogma der eigenen Geworfenheit in die gesellschaftlichen Umst\u00e4nde in Frage zu stellen und sich mit Mut der M\u00f6glichkeit zu stellen, noch MEHR Verantwortung<br \/>\nf\u00fcr das eigene Leben zu \u00fcbernehmen, es selbst- bewusst zu gestalten, um so die Freiheit zu erlangen, hemmungslos gl\u00fccklich zu sein.<br \/>\nDenn die Freiheit von \u201eetwas\u201c h\u00e4lt mich (dialektisch) gebunden: Solange ich meine Gedanken anstrenge, um frei \u2013 von was auch immer \u2013 zu sein, ist mein Geist daran gebunden, also eben nicht genau davon frei. Aus der Falle komme ich heraus, wenn ich bereit bin, meine Freiheit als Pflicht zu etwas, Verantwortung f\u00fcr etwas zu \u00fcbernehmen.<br \/>\nUnd dabei beginne ich bei der Verantwortung f\u00fcr \u2013 mich selbst. Wo beginnt diese Verantwortung f\u00fcr mich selbst, wie weit geht sie, wo h\u00f6rt sie auf?<br \/>\nDer Anfang ist so klar wie streitig: \u201eMan kann bei der Auswahl seiner Eltern gar nicht vorsichtig genug sein!\u201c (Quelle unbekannt). Wer die M\u00f6glichkeit in Erw\u00e4gung zieht, die eigenen Eltern sorgf\u00e4ltig ausgesucht zu haben, und sei es nur auf humorige Art, um die Schwierigkeiten aus deren Erziehung zur Gestaltung des eigenen Lebens in Freiheit zu meistern und nutzen zu lernen, der gewinnt bei der Betrachtung der eigenen Entwicklung die M\u00f6glichkeit, die Problematik der eigenen Erziehung als selbst gew\u00e4hlte Entwicklungsaufgabe zu begreifen:<br \/>\nDer Sinn meines Lebens ist es, die Aufgaben, die (Gesellschaft und) Eltern mir stellen, zu meistern. Mehr nicht.<br \/>\nWas f\u00fcr eine wunderbare Freiheit, endlich hundertprozentig \u201eJA!\u201c zu sagen zur eigenen Biografie, zu den Eltern, zu seinem Leben, den (gel\u00f6sten und ungel\u00f6sten) Problemen, <strong>zu sich selbst und der eigenen Lebens- und Lernaufgabe!<\/p>\n<p><\/strong>Anmerkungen:<br \/>\nWas die Anh\u00e4nger von K.Marx sehr gerne f\u00fcr sich selber \u00fcbernehmen (Opfer der Umst\u00e4nde zu sein), darf aber nur begrenzt auf die Vertreter der eigenen Zunft angewendet werden. Als der amerikanische Historiker Ferguson J.M. Keynes angriff, seine Thesen hingen zusammen mit dessen Homosexualit\u00e4t, brach \u00fcber Ferguson ein Shitstorm herein, (hier <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!115822\/\" target=\"_blank\">in der taz<\/a>, im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/attacke-gegen-keynes-fergueson-entschuldigt-sich-a-898155.html\" target=\"_blank\">Spiegel<\/a> zitiert)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Freiheit und Verantwortung. 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